Pacman ist tot.

Wie schrecklich. Pacman, dieser tapfere Recke im Kampf gegen merkwürdige Gespenster und immer zu haben für kleine Häppchen, ist tot.

Einfach gestorben.
Und das auch Totnoch bei uns im Wald.

Nein. Keine Wiederbelebungsmaßnahmen. Ich muss doch sehr bitten.
Das sieht man doch, dass der schon länger hinüber ist.
Da wäre ein Herzdruckmassage oder Beatmung eh nicht mehr erfolgreich.

Hebammen, wichtiger als Geld!

Dreimal habe ich Kinder auf die Welt gepresst. Beim ersten Mal war ich noch sehr naiv, ich dachte mir, eine Frau ist eine Frau und ein Frauenkörper wird schon wissen, wie das geht.

Als ich gerade bei meinen Eltern in der Küche stand und die erste richtige, echte Wehe mich erfasste, da überkam mich ein gewisser Zweifel, ob ich schlau gehandelt hatte, einfach nur ins Krankenhaus fahren zu wollen und keine Geburtsvorbereitung gemacht zu haben, nur aus einem uralten Gynäkologiebuch vom Gutfrisierten ein paar Informationen herausgelesen und ansonsten das Motto: Jung, stark und wird schon! auf die Fahne geschrieben zu haben.
Diese erste Wehe tat nämlich schon ganz schön weh. Danach kam erst einmal lange nichts und ich hatte noch Zeit, irgendetwas zu essen. Was genau es war, daran erinnere ich mich nicht mehr. Aber Blumenkohl war drin, das weiß ich noch ganz genau. Denn mit diesem Blumenkohl habe ich die komplette Nacht einen harten Kampf ausgefochten. Danach war Blumenkohl für mich erledigt.

Im Krankenhaus angekommen, drei Stunden nach der ersten Wehe, Blumenkohl, einem heißen Bad und einem plötzlichen Einsetzen von Wehen alle sieben Minuten, untersuchte mich eine Hebamme, hob die linke Augenbraue und sagte, ich solle mal spazieren gehen, das würde noch dauern. Und ich spazierte.
In dieser Nacht tobte im Kreissaal der Geburtsbär und die Hebammen hatten so viel zu tun, dass sich mit mir keiner befassen konnte.
Stunden später, der Muttermund genau zwei Zentimeter weiter geöffnet und dem Suizid nahe, flehte, bettelte, schrie ich nach Narkosemitteln. Egal was, her mit dem Scheiß.
Die Hebammen hatten immer noch Terror in den Kreissälen. Und ich wurde zackzack hierhin und dorthin gestellt. Musste warten. Bekam eine PDA, keiner redete mit mir, der Gutfrisierte hielt mir die Hand, ich wurde wieder hierhin und dorthin gestellt, bis ich dann das Kind herausdrücken sollte. Zwischenzeitlich dachte ich, ich bekomme einen Infarkt, weil mir die Mischungen aller Medikamente, mit denen ich ablaufverträglich abgeschossen worden war, eine feine Tachykardie verpasst hatte. Und pressen? Wohin denn, bitte?
Dann wurde von oben geschoben, von unten gezogen und irgendwann war Fürst Griku geboren und ich blieb mit einem schicken Geburtstrauma zurück, das mich monatelang zum Heulen brachte, wenn ich nur an die Entbindung dachte.

Beim zweiten Mal hatte ich dann eine Beleghebamme. Ich hatte sie kurz nach der ersten Geburt kennengelernt, sie war die neue Freundin eines früheren amourösen Abenteuers von mir, aber das tut hier nichts zur Sache.
Wir lernten uns also kennen, ich erzählte ihr von dieser Geburt und weinte dabei und sie tröstete mich, wurde erst meine beste Freundin und dann meine Hebamme.
Zusammen legten wir eine Geburt hin, die wie eine gut eintrainierte Choreografie war. Kraftvoll, entspannt, schnell und recht unspektakulär wurde Killerdog nach genau einer halben Stunde im Kreissaal geboren. Vorher waren wir nämlich schön zuhause und haben den Großteil der Arbeit dort erledigt.

Das Wolkenköpfchen wiederum ließ sich ein bisschen Zeit, sie wollte nicht so recht. Wahrscheinlich zählte sie an den Fingern ab: Ja, nein, später, ja, nein, später….!
Meine Hebammenfreundin sagte irgendwann zu mir: “Ich kenne dich, da ist irgendwie ein Problem.”
Sie stach die Fruchtblase auf, ließ mich Kniebeugen machen, verlangte von mir eine Menge Beckenkreisen und -schwingen, feuerte mich an und fünfzehn Minuten später war das Wolkenköpfen da, graublau und mit der Nabelschnur bekleidet. Sie hatte diese als Schal zweimal um den Hals gelegt und das schnelle Durchmarschieren hat ihren kleinen knackigen Hintern gerettet.
Weil meine Hebammenfreundin mich kannte. Weil sie wusste, es ist etwas im Busch. Weil wir die ganzen Vorsorgen miteinander gemacht hatten. Weil sie mich einschätzen konnte.

Darum brauchen Frauen Hebammen.
Dies in ärztliche Hände zu geben, an niedergelassene Ärzte, die die Schwangere alle vier Wochen kurz durch die Praxis schleusen und bei der Geburt nicht dabei sind, halte ich für einen Fehler. Und ich bin der Meinung, es ist nicht so sehr entscheidend, wo ich mein Kind bekomme, sondern es ist elementar, mit wem ich ein Kind bekomme. Es ist die Grenzerfahrung im Leben einer Frau. Sie kommt nur selten vor, bringt Dich in Bereiche, wo Du vorher nie gewesen bist, Du wanderst auf dem schmalen Grad des Lebens und spürst das. Wie gut, wenn jemand an Deiner Seite ist, den Du kennst. Dem Du vertraust. Auf den Du Dich verlassen kannst. Beim Gebären ist das die halbe Miete.

Wenn es für Hebammen, wie geplant, bald keine Haftpflichtersicherungen mehr geben wird, weil die Versicherer befürchten, hohen finanziellen Belastungen ausgesetzt werden zu können, können Hebammen diese Art der Geburtshilfe nicht mehr leisten. Auch aus der Vorsorge werden sie aussteigen müssen.
Und worum geht es hier letzendlich? Nicht um das Wohl der Frauen, nicht um die Sicherheit der Neugeborenen, es geht allein um Geld und dem unterwirft sich alles.
Die Ärzte wollen sich in der Geburthilfe fester etablieren und versuchen, die Regelung, dass bei einer Geburt immer eine Hebamme anwesend sein muss, jedoch kein Arzt, zu ihren Gunsten zu drehen. Sie wollen sich von Hebammen nicht die Vorsorge streitig machen lassen.
Die Versicherer wollen keine Leistungen erbringen müssen.
Die Frauen sind dabei nicht von Belang.

Und die Hebammen? Die Hebammen, die ich kenne, arbeiten auch, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Natürlich. Aber sie arbeiten durch die Bank mit viel persönlichem Engagement und Einsatz. Und ihnen liegen die Frauen und die Babys wirklich am Herzen. Sie brauchen eine Lobby, um ihre Arbeit auch weiterhin zum Wohle der Frauen machen zu können. Sie brauchen unserer Unterstützung.
Und alles, was wir für die Hebammen tun, dass tun wir für die Frauen, die Kinder bekommen und für die Kinder, deren Mütter in der Sicherheit einer qualifizierten Hebammenbetreuung sicher entbinden können.

https://www.change.org/de/Petitionen/die-ersten-100-tage-amtszeit-nutzen-lieber-herr-gröhe-groehe-wir-fordern-sie-auf-einen-konkreten-hebammenrettungsplan-zu-erarbeiten

Links:

http://aktuelle-sozialpolitik.blogspot.de/2014/02/17-Hebammen.html?m=1

http://www.journelle.de/4082/frauensmarties/

http://www.tagesschau.de/inland/hebammen126.html

Ein bisschen fies.

BähErst dachte ich, da liegt ein angefrorenes Knotenpüppchen im Wald herum, alleingelassen und tiefgekühlt, weil heute Nacht doch der Frost gebissen hat.

Bei genauerem Hinschauen (ich bin dankbar dafür, dass ich es nicht hochheben wollte, ich bin dankbar dafür, ohje, was bin ich so unendlich dankbar dafür!!!!) entpuppte es sich jedoch wieder einmal als angeschimmelte Hundkacke (und wie dankbar, ich kann es kaum in Worte fassen).

 

 

Gestolpert

Ich bin über ein Wort gestolpert. Seitdem wohnt es in meinem Kopf wie ein Ohrwurm und sorgt dafür, dass ich selbigen immer wieder ein bisschen ungläubig schütteln muss.

KorpusseHeißt das denn wirklich Korpusse?
Und warum habe ich dermaßen pubertäre Assoziationen?

Schlimm.

Bäumchen wechsel Dich

Wir erinnern uns an diesen hier:

BaumJetzt ist er zurückgekehrt in seine Heimat. Das Wolkenköpfchen und ich hatten ihn im Wald geklaut ausgeliehen und nun wieder zurückgebracht.

Home againMeiner Meinung nach ist ihm der Ausflug gut bekommen. Manchmal hilft es ja, wenn man einmal was anderes sieht.
Nur dass er die Dekoration nicht behalten durfte, das hat ihn ein bisschen angefressen.